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Lange her, aber immer noch schön
0 Comments Published by KateL Januar 17th, 2008 in french-cheese, occupational-therapySooo, da bin ich auch mal wieder
Ich schäme mich ob meiner langen Abwesenheit, aber ich bin nicht mal schuld, denn es gab hier irgendwelche technischen Probleme. Naja, eigentlich wollte ich Euch nämlich schon Mitte Dezember von der großartigen fête des lumières erzählen, aber das holen wir jetzt einfach nach.
Die fête des lumières findet in Lyon jedes Jahr am 08. Dezember statt und das schon seit 1852. Anlass war irgendeine Einweihung einer Marienstatue, die aber von einem ganz gemeinen Gewitter bedroht wurde. Das zog dann aber vorüber und weil die Lyonnaiser so froh waren, haben sie spontan Teelichter in ihre Fenster gestellt und sind auf die Straßen gegangen um zu feiern. Das also ganz kurz zum Ursprung und so ist Lyon jedes Jahr im Dezember mehrere Tage erleuchtet. Das heißt, dass die Stadt nicht nur voller Menschen ist, sondern auch voller Lichtinstallationen und die sind tatsächlich sehr schön. Zu diesem Anlass hat mich auch noch meine Lieblingsschwester mit einem Besuch erfreut und unten seht Ihr eine kleine Bilderauswahl (und sie ist wirklich klein, denn wir haben viiieeeleee Bilder gemacht).
v.l.n.r.: die glücklichen Kühe auf dem Weihnachtsmarkt, der Place Bellecour mit einer Louis XIV Schneekugel (bei Tag und Nacht) und das Théatre des Celestins mit Fassadenprojektion
v.l.n.r.: überdimensionale Bürotischdeko auf dem Place de la République, die St Nizier Kirche mit genialer Fassadenprojektion, Leuchtblumen auf dem Place Poncet, Place St Jean mit der Fourvière Basilika im Hintergrund und Place des Terraux
Das also erstmal für heute, in den nächsten Tagen gibt’s noch mehr neue Bilder aus dem schönen Sheffield, wo ich am letzten Wochenende meine Lieblingsschwester besucht hab.
Eigentlich hat die Uni seit gestern morgen wieder geöffnet, aber von Normalität ist das Ganze vor allem in Bron noch weit entfernt. Da bin ich heut also um 6.40 Uhr aufgestanden, meine Vorlesung fand dann aber doch nicht statt, weil der Prof meinte unter solchen Bedingungen macht er keinen Unterricht. Jetzt könnte ich Euch die Bedingungen ausführlich schildern, aber gerade hab ich ein Video gefunden, das gestern morgen in Bron aufgenommen wurde. Heute lief das Ganze ähnlich ab, wenn auch etwas abgeschwächt. Naja, guckt’s Euch mal an (dauert 14 Minuten, “spannend” wird’s erst ab der Hälfte, vor allem für die, die dem Französischen nicht mächtig sind), mehr kann ich dazu gar nicht sagen und brauch es wahrscheinlich eh nicht.
Heute schon gestreikt?
0 Comments Published by KateL Dezember 2nd, 2007 in french-cheese, outer-worldBei meinen Recherchen zu den Krawallen in den Pariser Vororten, über die ich bis morgen noch einen Artikel schreiben muss, bin ich auf einen recht guten und interessanten Artikel zu den Studentenstreiks gestoßen. Der kommt aus dem benachbarten Grenoble und porträtiert die französische Streikmentalität ziemlich gut, also ruhig mal durchlesen bei SPIEGEL Online. Aber keine Angst, ganz so schlimm ist’s hier nicht; Feuer hab ich noch nicht gesehen und Polizeieinsätze gab es erst (?) zwei.
Meinen Sprachkurs morgen hab ich nur, weil mein Prof versucht uns nen Raum außerhalb der Uni zu besorgen und wir die Aufgaben online zugeschickt bekommen haben. Morgen ist dann aber großer Wahltag, zur Abwechslung sogal mal geheim und mit Stimmzetteln, man darf also gespannt sein. Ich halte Euch jedenfalls auf dem Laufenden und wünsche Euch noch einen schönen ersten Advent (der Weihnachtsbaum hier steht schon, juhu)!
Es lebe die Demokratie!
0 Comments Published by KateL November 22nd, 2007 in conspiracy, french-cheeseJa, demokratische Abstimmungen sind schon ne tolle Sache. Alle dürfen teilnehmen, alle dürfen ihre Meinung abgeben und am Ende richtet man sich dann am besten irgendwie nach dem Ergebnis. Was man aber auch machen kann, ist, dass Ergebnis zu ignorieren und weiter sein eigenes Ding machen und so machen das wohl linke französische Studenten sehr gern. Am Mittwoch gab es endlich mal eine neue Abstimmung über die Wiederaufnahme der Kurse ab heute, 59% waren dafür und die Universitätsleitung hat veröffentlichen lassen, dass jetzt erstmal alle wieder ihren Kursen folgen sollen um am Ende des Semesters auch dafür bewertet werden zu können.
Leider hab ich heut morgen schon gehört, dass der Campus in Bron immer noch blockiert sein soll, aber als ewiger Optimist hab ich mich trotzdem im strömenden Regen auf den Weg gemacht. Die leere Straßenbahn und spätestens der genauso leere und nach wie vor verrammelte Campus haben mir dann aber doch gezeigt, dass Abstimmungen dazu da sind, ignoriert zu werden und auch auf dem Campus in der Stadt scheint noch nicht so richtig viel zu passieren. Irgendwie entbehrt das für mich jeglicher Logik, denn was bringt es gegen zu wenig Finanzierung vom Staat zu protestieren, wenn es am Ende bestimmt nicht wenig kostet Putzkolonnen durch den Campus zu schicken um Barrikaden wegzuräumen und diverse Protestslogans von den Mauern zu putzen?
Was tun also und da greifen wir einfach mal zum altbewährten Rezept – wir warten bis Montag und treffen uns mal wieder zu ner Vollversammlung. Da tun wir dann wieder so als wären wir demokratisch und denken uns irgendwelche Vorgehensweisen für die kommende Woche aus und vielleicht darf ich dann auch zur Abwechslung irgendwann mal wieder studieren.
Katjas kleiner Lyon-Reiseführer
0 Comments Published by KateL November 17th, 2007 in french-cheese, stairway to meSo, mit leichter Verspätung gibt es also noch einen kleinen Lyon-Reisebericht, da ich ja nun fast zwei Wochen lang Besuch hatte.
Am 30. Oktober kamen meine Eltern in Lyon an und den ersten Tag verbrachten wir erstmal nur damit, ein bisschen durch die Stadt zu laufen und vornehmlich die presqu’île, also das direkte Stadtzentrum zwischen Rhône und Sâone zu begucken. Schönes Wetter hatten die beiden auch mitgebracht und deshalb sah das Rhône-Ufer trotz kaltem Wind in der Nachmittagssonne gleich viel schöner aus.
Chronologisch wird mein Bericht übrigens nicht, denn a) krieg ich die genaue Reihenfolge gar nicht mehr zusammen und b) kam dann auch am 3. November Herr Pfoté an, der mich sogar eine ganze Woche lang mit seiner Anwesenheit beglückte und da gäbe es natürlich ein paar Wiederholungen.
Was zum Beispiel jeder sehen sollte, der mal in Lyon ist, ist der Ausblick von der Basilika Fourvière. Die thront nämlich auf nem Berg über der Stadt, auf dem man mit ner Seilbahn kommt (oder man wird zu Fuß hochgescheucht hehe). Von dort oben sieht man dann die ganze Halbinsel mit Place Bellecour, Oper, Rathaus, Hôtel Dieu usw. usf. Der hohe Turm, der die “Skyline” dominiert bzw. für sich beansprucht, ist der sogenannte “Crayon”, weil er aussieht wie ein Bleistift. Hat aber sonst nix mit Stiften zu tun, denn es ist der Sitz der Crédit Lyonnais.
Ebenfalls obligatorisch ist ein Spaziergang durch die Altstadt, das Vieux Lyon. Da gibt’s viele Kirchen und hübsche Gassen, natürlich auch viele Souvenirshops und andere Schrapelläden und Stände, an denen heiße Maronen verkauft werden, die Pfote und ich dann aber doch nur für semilecker befunden haben.
Eine Besonderheit Lyons sind übrigens die “traboules”, das sind kleine versteckte und meist ziemlich dunkle Gänge, die über die Innenhöfe verschiedener Häuser die einzelnen Straßen miteinander verbinden. Früher wurden die vor allem von den Kriminellen genutzt, die vor der Polizei geflohen sind, heute sind noch einige traboules für die Touristen offen. Und weil es die nicht nur in Vieux Lyon gibt, sondern auch in Croix Rousse, dem ehemaligen Viertel der Seidenhersteller, bin ich mit Maman und Papa in der Dämmerung durch die nicht immer sehr vertrauenswürdigen Traboules durch Croix Rousse in die Stadt gewandert. Da auch Croix Rousse auf nem Berg liegt, hat man von dort oben auch eine schöne Aussicht und man sieht von dort sogar Fourvière.
Auch noch zu sehen gab es den Park Tête d’Or. Dort gibt es nicht nur viel Rasen und viel Wasser, sondern auch wunderbar herbstlich buntes Laub, einen botanischen Garten und einen Zoo mit Giraffen, Elefanten, Tigern, Löwen, Krokodilen und ja, auch Kapuzineräffchen!
Mit Pfote war ich dann auch noch im Mur de Lyon, laut Eigenwerbung eine der größten Kletterhallen Europas und da haben wir dann auch ein paar Stunden zugebracht. Intelektuell bereichert haben wir uns dabei übrigens auch, dank meinem neuen Lieblingskletterlehrer Pfote kenn ich die ganzen Kletterbegriffe jetzt nämlich auch in deutsch und Pfote kennt sich bestens mit den französischen Farben aus. Materiell bereichert hab ich mich übrigens auch, denn ich hab jetzt Kletterschuhe, die mir passen – juhu!
Einen Wochenendausflug mit allen gab es auch noch nach Belleville, aber da es in Belleville nix weiter zu sehen gibt als die Kirche und den Wanderweg, den wir nicht gefunden haben, erzähl ich dazu jetzt mal nichts. Ansonsten haben wir noch festgestellt, dass die Franzosen leicht abartige Kinogewohnheiten haben (da kriegt einer ein Messer ins Gesicht und der ganze Saal lacht!!), es gab viel gutes und französisches Essen und mindestens jeden zweiten Abend ne Flasche Wein. Danke also an die Besucher, ich hoffe Ihr hattet genauso viel Spaß wie ich und ich freu mich auf den nächsten Besuch! Und zum Schluss gibts noch ein paar schöne Aufnahmen von Lyon bei Nacht (die Bahnen nach Fourvière fahren nämlich bis Mitternacht hoch, nur um wieder runterzukommen muss man dann ein bisschen durch Gebüsch krauchen und Mauern runterspringen, aber sonst wär das ja auch langweilig
)
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