Katjas kleiner Lyon-Reiseführer
0 Comments Published by KateL November 17th, 2007 in french-cheese, stairway to meSo, mit leichter Verspätung gibt es also noch einen kleinen Lyon-Reisebericht, da ich ja nun fast zwei Wochen lang Besuch hatte.
Am 30. Oktober kamen meine Eltern in Lyon an und den ersten Tag verbrachten wir erstmal nur damit, ein bisschen durch die Stadt zu laufen und vornehmlich die presqu’île, also das direkte Stadtzentrum zwischen Rhône und Sâone zu begucken. Schönes Wetter hatten die beiden auch mitgebracht und deshalb sah das Rhône-Ufer trotz kaltem Wind in der Nachmittagssonne gleich viel schöner aus.
Chronologisch wird mein Bericht übrigens nicht, denn a) krieg ich die genaue Reihenfolge gar nicht mehr zusammen und b) kam dann auch am 3. November Herr Pfoté an, der mich sogar eine ganze Woche lang mit seiner Anwesenheit beglückte und da gäbe es natürlich ein paar Wiederholungen.
Was zum Beispiel jeder sehen sollte, der mal in Lyon ist, ist der Ausblick von der Basilika Fourvière. Die thront nämlich auf nem Berg über der Stadt, auf dem man mit ner Seilbahn kommt (oder man wird zu Fuß hochgescheucht hehe). Von dort oben sieht man dann die ganze Halbinsel mit Place Bellecour, Oper, Rathaus, Hôtel Dieu usw. usf. Der hohe Turm, der die “Skyline” dominiert bzw. für sich beansprucht, ist der sogenannte “Crayon”, weil er aussieht wie ein Bleistift. Hat aber sonst nix mit Stiften zu tun, denn es ist der Sitz der Crédit Lyonnais.
Ebenfalls obligatorisch ist ein Spaziergang durch die Altstadt, das Vieux Lyon. Da gibt’s viele Kirchen und hübsche Gassen, natürlich auch viele Souvenirshops und andere Schrapelläden und Stände, an denen heiße Maronen verkauft werden, die Pfote und ich dann aber doch nur für semilecker befunden haben.
Eine Besonderheit Lyons sind übrigens die “traboules”, das sind kleine versteckte und meist ziemlich dunkle Gänge, die über die Innenhöfe verschiedener Häuser die einzelnen Straßen miteinander verbinden. Früher wurden die vor allem von den Kriminellen genutzt, die vor der Polizei geflohen sind, heute sind noch einige traboules für die Touristen offen. Und weil es die nicht nur in Vieux Lyon gibt, sondern auch in Croix Rousse, dem ehemaligen Viertel der Seidenhersteller, bin ich mit Maman und Papa in der Dämmerung durch die nicht immer sehr vertrauenswürdigen Traboules durch Croix Rousse in die Stadt gewandert. Da auch Croix Rousse auf nem Berg liegt, hat man von dort oben auch eine schöne Aussicht und man sieht von dort sogar Fourvière.
Auch noch zu sehen gab es den Park Tête d’Or. Dort gibt es nicht nur viel Rasen und viel Wasser, sondern auch wunderbar herbstlich buntes Laub, einen botanischen Garten und einen Zoo mit Giraffen, Elefanten, Tigern, Löwen, Krokodilen und ja, auch Kapuzineräffchen!
Mit Pfote war ich dann auch noch im Mur de Lyon, laut Eigenwerbung eine der größten Kletterhallen Europas und da haben wir dann auch ein paar Stunden zugebracht. Intelektuell bereichert haben wir uns dabei übrigens auch, dank meinem neuen Lieblingskletterlehrer Pfote kenn ich die ganzen Kletterbegriffe jetzt nämlich auch in deutsch und Pfote kennt sich bestens mit den französischen Farben aus. Materiell bereichert hab ich mich übrigens auch, denn ich hab jetzt Kletterschuhe, die mir passen – juhu!
Einen Wochenendausflug mit allen gab es auch noch nach Belleville, aber da es in Belleville nix weiter zu sehen gibt als die Kirche und den Wanderweg, den wir nicht gefunden haben, erzähl ich dazu jetzt mal nichts. Ansonsten haben wir noch festgestellt, dass die Franzosen leicht abartige Kinogewohnheiten haben (da kriegt einer ein Messer ins Gesicht und der ganze Saal lacht!!), es gab viel gutes und französisches Essen und mindestens jeden zweiten Abend ne Flasche Wein. Danke also an die Besucher, ich hoffe Ihr hattet genauso viel Spaß wie ich und ich freu mich auf den nächsten Besuch! Und zum Schluss gibts noch ein paar schöne Aufnahmen von Lyon bei Nacht (die Bahnen nach Fourvière fahren nämlich bis Mitternacht hoch, nur um wieder runterzukommen muss man dann ein bisschen durch Gebüsch krauchen und Mauern runterspringen, aber sonst wär das ja auch langweilig
)